Johann Jacob Baeyer - Leistungen


Offizier im Generalstab
Im Jahre 1825 wurde Johann Jacob Baeyer in den Königlichen Generalstab aufgenommen. 1827 wurde er Hauptmann, 1836 rückte er zum Major, 1845 zum Oberstleutnant, 1848 zum Oberst, 1852 zum Generalmajor vor.

Als Offizier im preußischen Generalstab hat Baeyer über drei Jahrzehnte praktische geodätische Arbeiten ausgeführt. Er diente auch als Lehrer an der Allgemeinen Kriegsschule, wo er zunächst nur die Mathematik unterrichtete und von 1832 an auch die Geodäsie übernahm; und dieses Lehrfach hat er dort ein Vierteljahrhundert lang vertreten.

Auf Baeyer´s Antrag wurde 1857 die Kartenprojektionslehre als Hauptfach in den Lehrplan der Offiziere aufgenommen. Im Jahre 1840 wurde Baeyer mit der Beaufsichtigung der optischen Staatstelegraphen betraut. Drei Jahre später wurde dem Major die Leitung des Trigonometrischen Büros im Generalstab übertragen.


Trigonomischer Referenzpunkt in Köln
Bild vergrössern Bescheidene Erinnerung an einen Geodäten: Trigonometrischer Referenzpunkt aus dem 19. Jahrhundert von Johann Jacob Baeyer in rund 70 Metern Höhe am Kölner Dom.

Der Dom und das Katasterwesen hängen ohnehin höchst orginell zusammen. Die Kathedrale war natürlich Referenzpunkt des Kölner Urkatasters aus den Jahren 1836/1837. Das ist nebenbei bemerkt bis heute die einzige vollständige und homogene Vermessung des Kölner Stadtgebietes (in den damaligen Grenzen).

Alles weitere wurde daraus abgeleitet und heute haben Archäologen und Historiker bisweilen Probleme, die Kartenblätter aus den verschiedenen Jahrzehnten und Jahrhunderten miteinander in Deckung zu bringen. Es wirkt so, als wandere der Dom regelrecht über die Karten.

Der Grund dafür ist, das der eigentliche Referenz-Nullpunkt natürlich nicht der Dom in seiner Gesamtheit war - das wäre selbst seinerzeit eine etwas grobe Angabe - sondern wechselnde Teile des Gebäudes. Beim Urkataster war der Bezugspunkt ein Reiterstandbild am Westgiebel des gotischen Doms, das heute gar nicht mehr existiert, um 1850 war es für kurze Zeit ein barocker Dachreiter rund 13 Meter vom Ursprungsnullpunkt entfernt und seit 1880 schließlich war es ein Dachreiter im neugotischen Teil des Doms.

Heute gilt für das Kölner Katasteramt natürlich das gleiche Bezugssystem, wie in ganz Deutschland, ohne eigenen Referenzpunkt am Dom und das beste ist: Die Kölner halten sich sogar daran.
Quelle: geograffiti.de


Beiträge zur Meteorologie
Baeyer hat sich seit 1840 mehrfach mit Publikationen über die terrestrische Strahlenbrechung hervorgetan. Die Strahlenbrechung (Refraktion des Lichts) infolge der von oben nach unten wachsenden Dichtigkeit der Luft ist von nicht zu vernachlässigendem Einfluss auf Höhenbestimmungen. Die Refraktion hängt natürlich von meteorologischen Faktoren, wie Windstärke, Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck ab.

1858 erschien im "Archiv für Landeskunde" Baeyers Abhandlung "Über die Beziehung der Strahlenbrechung zur Witterung und über den Zusammenhang einer Landesvermessung mit der Meteorologie". Er untersuchte auch die atmospärischen Bewegungen auf Ihre Abhängigkeit von der ablenkenden Tendenz der Erdumdrehung.

1856 publizierte Baeyer eine "neue Formel zum Höhenmessen mit dem Barometer".


Landesvermessungsarbeiten
Der preußische Generalstabsoffizier Baeyer hat zahlreiche Landesvermessungen in verschiedenen preußischen Landesteilen durchgeführt. Es seien genannt:

• Die Gradmessungen in Ostpreußen (von 1831 bis 1836)

• Die sog. Küstenvermessung
   (die trigonometrische Aufnahme der Ostseeküste von 1837 bis 1847)

• Die Vermessungen zwischen der Odermündung bei Swinemünde und Berlin

• die Bestimmung der Meereshöhe der Berliner Sternwarte

• Basisvermessungen bei Berlin und Bonn

• die Ausdehnung des trigonometrischen Netzes Ostsee - Berlin
   auf den Brocken und auf den Inselberg.

• Vermessungen an der Nordseeküste